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STOCKHOLM
 

Brückner,, Lampe & Comp.
VERZEICHNISS DER PHARMACOGNOSTISCHEN GEGENSTÄNDE, WELCHE DER UNIVERSITÄT LEIPZIG ZU WISSENSCHAFTLICHER BENUTZUNG ÜBERGEBEN WURDEN VON BRÜCKNER, LAMPE & COMP.
Leipzig, Druck von Wilh. Vogel, Sohn, 1841.
8vo. VIII, 56 pp.

Sewn, as issued, paper backstrip.
      $ 150
 First edition.

"Seit 1834 bewilligte das Königlich Sächsische Ministerium jährlich 100 Taler für eine Sammlung von Arzneimitteln und Drogen, welche der seit 1820 ordentliche Professor der Therapie und Arzneimittellehre, Wilhelm Andreas Haase (1784-1837), zu Lehrzwecken eingerichtet hatte. Sein Nachfolger, Albert Braune (1799-1848) vervollständigte die Sammlung und öffnete sie für interessierte Studenten. Den Großteil der zur steten Erweiterung der Sammlung benötigten Substanzen kaufte Haase in der Leipziger Salomon-Apotheke. Der so zusammengetragene und der Öffentlichkeit zugängliche Bestand kann als Grundstock der Leipziger Pharmakognostischen Sammlung gelten.

Aus Anlass der 12. Versammlung des Norddeutschen Apotheker-Vereins im Jahre 1840, welche Alexander von Humboldt (1769-1859) gewidmet war, machte die Leipziger Drogenhandlung Brückner, Lampe & Co. den Versuch, "im Sinne Humboldts alle damals bekannten einfachen Medikamente übersichtlich zusammen zu stellen". Auf Wunsch von Universität und Dresdener Ministerium überließ die Firma ihre Sammlung zu Lehrzwecken der Leipziger Universität. Die Unterbringung der Sammlung, die der Universität zunächst leihweise überlassen werden sollte, erfolgte in drei Zimmern eines Privathauses in der Katharinenstraße, welche durch das Ministerium angemietet waren. Der Besucher konnte die unter Glas aufbewahrten Gegenstände, beispielsweise Wurzeln, Früchte, Hirschhorn oder Bibergeil, betrachten, welche man um Zeichnungen der entsprechenden Pflanzen oder Tiere, samt deren wissenschaftlichen Namen, ergänzt hatte. Im Jahre 1845 wurde die Sammlung aus dem Haus der Frau Johanna Wilhelmine, verehelichte Doktor Hillig, in der Katharinenstraße 329 A, wo sie für eine Miete von jährlich 120 Talern untergebracht war, in den ehemaligen Konviktsaal des Mittelpaulinum verlagert. Doch immer noch war man von einer befriedigenden Übereinkunft über ihre endgültige Aufbewahrung, Nutzung und Ergänzung weit entfernt. Zwar erklärte der Firmeninhaber Carl Lampe (1804-1889), dass der gänzlichen Überlassung dieser Sammlung an die Universität keine Bedenken entgegenstehen, doch wollte das Handelshaus im Besitz eigener Schlüssel zum Lokal und den Sammlungskästen bleiben, was dem Ministerium zunächst eine unbillige Forderung schien. Am 11. Dezember 1852 übersandte schließlich die Medizinische Fakultät dem Handelshaus das Übereinkommen betreffs eines Pharmakognostischen Museums zur Unterzeichnung. Die sachgemäße Unterbringung der Sammlung bereitete große Probleme. Der ehemalige Konviktsaal war ein "zwischen großen Gebäuden und düstern Gängen liegendes, wenig Luft und Licht habendes Lokal, welches noch dazu auf der einen Seite von einem höher liegenden Garten begränzt" wurde. Justus Wilhelm Martin Radius (1797-1884), welcher 1848 in Leipzig Professor für Pharmakologie und allgemeine Therapie wurde, erreichte 1856 die Unterbringung des Museums im neu erbauten Beguinenhaus an der Universitätsstraße, wo sich zugleich ein Auditorium für seine Vorlesungen befand.


Bis zum Neubau des Leipziger Pharmakologischen Institutes, welcher 1882 durch die Fakultät beantragt und 1884 durch das Ministerium mit der Berufung von Rudolf Boehm (1844-1926) beschlossen wurde, diente dieses provisorische Institut der Aufbewahrung der Sammlung, der Lehre und der experimentellen Arbeit. In dem im Sommersemester 1888 bezogenen Neubau des Institutes konnte die Sammlung erstmals exzellent präsentiert werden. An der Südfront, über dem Hörsaal, lag der große, mit Oberlicht ausgestattete Sammlungssaal. 1909, im Jubiläumsjahr der Universität, umfasste die Sammlung "in 1660 Nummern (in Glasgefäßen aufbewahrt) vegetabilische und animalische Drogen, außerdem eine wertvolle Kollektion für die pharmazeutische Chemie wichtiger Mineralien und verschiedene für die Warenkunde interessante Originalemballagen". Zur Sammlung zählten besonders viele Kopale, Chinarinden, aromatische Hölzer, Gummi- und Tragantsorten sowie verschiedene Pfeilgifte. In einem zweiten angrenzenden Raum waren mehrere Herbarien und Sammlungen chemischer Präparate aufgestellt, darunter eine sehr vollständige Kollektion ätherischer Öle (gestiftet von der Leipziger Firma Schimmel & Co) sowie eine Sammlung von Arzneimitteln der Fabrik von Heyden in Radebeul. Nach Kriegsende ging schließlich der gesamte pharmakognostische Unterricht an das bereits 1938 gegründete Pharmazeutische Institut über, nachdem das Pharmakognostische Institut im Jahr 1943, inklusive der Sammlung, zerstört worden war"(Ingrid Kästner, Geschichte der pharmakognostischen Sammlung und des pharmakognostischen Unterrichts an der Leipziger Universität, in: Würzburger Medizinhistorische Mitteilungen, 18 (1999), pp. 223-240).




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